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OUT OF BRAIN

von Axel Hillebrandt

Wenn du merkst, dass du nicht mehr dazugehörst. Und warum das der Anfang ist, nicht das Ende.

Stilisierte Illustration einer gehenden Person vor einer Reihe wartender Menschen, die auf eine helle Türöffnung zulaufen.

Es gibt Momente, die sich erst im Rückblick erklären. Ein Meeting, zu dem Du nicht eingeladen wirst. Ein Gespräch das verstummt, wenn Du den Raum betrittst. Eine Runde die sich trifft – derselbe Kreis, dieselben Themen, nur ohne Dich. Nach der Übergabe am Dienstende Du nicht mehr involviert bist. Du bist auf einer Feier und in der Runde bist Du derjenige der nie zu Wort gelassen wird.

Du weißt alles. Du warst dabei. Du hast mitgebaut. Und plötzlich bist du draußen. Das erste Mal denkst Du: Zufall. Vergessen. Passiert. Das zweite Mal denkst Du: Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht. Das dritte Mal weißt Du: Das ist Absicht.

Die Zeichen
Es beginnt schleichend. So langsam, dass Du es erst merkst wenn es längst passiert ist. Du wirst leiser in Gesprächen, die früher vertraut waren. Nicht weil Du nichts zu sagen hättest. Sondern weil Du spürst, dass es nicht mehr gehört wird. Dass deine Worte an eine Wand prallen die unsichtbar ist, aber da. Das Gefühl der Verlorenheit macht sich in Dir breit. Du erklärst Dich, statt verstanden zu werden um den gefühlten Tatbestand umzukehren. Früher hat ein Blick gereicht. Jetzt brauchst Du drei Sätze um zu rechtfertigen, was selbstverständlich sein sollte. Du passt Dich an statt frei zu sein. Du überlegst bevor du sprichst. Nicht aus Respekt, sondern aus Vorsicht. Du filterst was du sagst, weil Du weißt dass es gegen Dich verwendet werden kann. Das ist kein Unbehagen. Das ist ein Signal.

Route wird neu berechnet
Wenn dein Navi eine falsche Abbiegung registriert sagt es nicht: Du hast versagt. Du bist falsch. Du gehörst nicht auf diese Straße. Es sagt: Route wird neu berechnet. Neutral. Sachlich. Ohne Vorwurf. So sollten wir es auch (versuchen zu) sehen. Wenn Du merkst dass Du nicht mehr dazugehörst, ist das keine Niederlage. Es ist Information. Daten die Dir zeigen, dass sich etwas verändert hat und dass Du darauf reagieren kannst. Sei pragmatisch und lies hier heraus nicht den Versuch einer psychoilogischen Heilung.

Die meisten Menschen bleiben trotzdem. Sie hoffen dass es besser wird. Sie erzählen sich dass sie sich irren. Sie halten aus was nicht auszuhalten ist. Weil Gehen sich anfühlt wie Scheitern. Weil Bleiben sich anfühlt wie Stärke.
Die Wahrheit ist umgekehrt: Bleiben wo man nicht mehr hingehört, ist keine Stärke. Es ist Selbstverletzung auf Raten. Aber was triggert Dich? Der Verlust!

Die Mechanik der Ausgrenzung
Was treibt Menschen dazu andere auszuschließen? Was triggert sie?

Unsicherheit! Wer sich selbst nicht sicher ist, erträgt keine Menschen die Substanz haben. Die Gegenwart von Kompetenz wird zur Bedrohung. Also muss sie entfernt werden! Nicht durch offene Konfrontation, sondern durch stilles Ausgrenzen.

Neid! Du hast etwas, das sie nicht haben. Wissen, Haltung, Anerkennung. Statt sich selbst zu entwickeln, ist es einfacher dich kleinzumachen. Dich aus den Räumen zu drängen, in denen dein Wert sichtbar würde.

Machterhalt! Information ist Macht! Wer kontrolliert, wer was weiß, kontrolliert die Dynamik. Dich auszuschließen bedeutet die Kontrolle zu behalten. Es bedeutet die eigene Position zu sichern: auf deine Kosten!

Selbstüberhöhung! Manche Menschen brauchen ein Außen, um sich im Innen zu fühlen. Sie definieren sich nicht durch das was sie sind, sondern durch das was andere nicht sind. Du bist draußen, damit sie sich drinnen fühlen können.

Das ist keine Analyse zur Entschuldigung. Es ist eine Erklärung der Mechanik. Zu verstehen warum jemand so handelt bedeutet nicht, es zu akzeptieren.

Link-Tipps:
Pluralistische Ignoranz

Ostrazismus (Psychologie)

 

Die Toxizität benennen
Lass uns klar sein: Diese Menschen sind toxisch. Nicht weil sie Fehler machen. Fehler macht jeder. Sondern weil sie bewusst handeln. Weil sie wissen was sie tun, oder es zumindest wissen könnten, wenn sie hinschauen würden (letzteres aber eher selten). Sie schädigen Menschen, die nichts für ihr Reden und Denken können. Menschen, die in Unkenntnis gelassen werden. Menschen, die ausgeschlossen werden ohne zu verstehen warum. Menschen, die vielleicht ohnehin schon kämpfen: mit Unsicherheit, mit Belastung, mit Situationen, die sie nicht kontrollieren können! Das ist keine Schwäche der Betroffenen. Das ist die Grausamkeit der Handelnden. Und es ist wichtig das zu benennen. Nicht aus Rache. Aus Klarheit. Damit diejenigen die es erleben wissen: Das Problem bist nicht Du. Das Problem sind die, die so handeln.

Der Spiegel
Jetzt die Frage die selten gestellt wird: Was wäre, wenn sie selbst betroffen wären? Was wäre, wenn sie plötzlich das schwächste Glied wären? Wenn andere merkten, wie sie gehandelt haben und sie entsprechend genauso behandelten? Wenn die Mechanik, die sie selbst in Gang gesetzt haben, sich gegen sie richtete?

Einige derer würden es nicht einmal verstehen. Sie würden sich als Opfer sehen, ohne die Ironie zu bemerken. Aber gehen wir weiter. Was wäre, wenn es ihre Kinder träfe? Ihr Kind in der Schule. Ausgeschlossen aus einer Gruppe, die sich ohne es trifft. Nicht eingeladen, obwohl alle anderen eingeladen sind. Leiser werdend in Gesprächen, die früher selbstverständlich waren.

Ihr Kind in der Ausbildung. Übersehen, obwohl es kompetent ist. Ausgegrenzt, weil jemand anderes sich bedroht fühlt. Allein gelassen mit dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, obwohl das Problem woanders liegt. Ihr Kind im Arbeitsleben. In schweren Zeiten. Vielleicht ist gerade ein Elternteil krank. Vielleicht ist alles zu viel. Und dann diese zusätzliche Last: nicht dazuzugehören, ohne zu wissen warum. Würden sie es dann verstehen? Würden sie dann sehen, was sie anderen angetan haben? Manche ja. Manche nie. Aber die Frage ist nicht ob sie es verstehen. Die Frage ist, ob Du für Dich verstehst dass ihr Handeln nichts mit deinem Wert zu tun hat. Auch wenn Du - genau so wie ich einige Male - ihnen ins Gesicht schreien möchtest, das es im Gehirn gegenüber auch verarbeitet wird.

Die Expertise des Ausgeschlossenen
Hier kommt der Teil, den die meisten Ratgeber überspringen. Der Teil der kein Trostpflaster ist, sondern echte Erkenntnis. Wer ausgeschlossen wurde lernt etwas, das andere nie lernen: Er lernt die Dynamik zu lesen. Du erkennst früher, wenn sich etwas verschiebt. Du siehst die Zeichen die andere übersehen. Du verstehst wie Gruppen funktionieren und wer welche Rolle spielt, wer Macht hat und wer sie missbraucht. (Wie ich in meinem Artikel über "Scham" beschrieben habe, passt das gut zusammen.) Das ist keine Schwäche. Das ist Kompetenz.

Du lernst ohne die Bestätigung der Gruppe zu existieren. Das ist schwer. Aber es macht Dich unabhängiger als alle, die diese Bestätigung nie verloren haben. Du weißt dass Du auch allein stehen kannst (musst). Das wissen die wenigsten. Du entwickelst ein Radar für Authentizität. Du erkennst schneller wer echt ist und wer spielt. Wer zu dir steht, wenn es unbequem wird und wer nur da ist, wenn es ihm nützt. Und Du verstehst etwas Fundamentales: Zugehörigkeit, die an Bedingungen geknüpft ist, ist keine Zugehörigkeit. Sie ist ein Handel. Und Handel kann gekündigt werden. Echte Zugehörigkeit fragt nicht ob du nützlich bist. Sie sieht dich. Und laufe nicht hinter Menschen her, denen Du vermeintlich als Leitfigur siehst.

Der Blick nach vorn
Was sie hinter Dir sagen und zerreißen, sollte dir egal sein. Solange sie die Schnauze halten, wenn sie Dir gegenüberstehen und in die Augen sehen. Das ist keine Resignation. Das ist Klarheit und ein Statement. Du kannst nicht kontrollieren, was andere über dich denken. Du kannst nicht kontrollieren ob sie Dich einschließen oder ausschließen. Du kannst nur kontrollieren wie du darauf reagierst. Und die beste Reaktion ist nicht Rache. Nicht Bitterkeit. Nicht der Versuch es ihnen heimzuzahlen. Die beste Reaktion ist: weitergehen. Neu berechnen. Ein Kapitel schließen, das nicht mehr Deins ist. Und ein neues beginnen mit Menschen die dich nicht erklären lassen, sondern verstehen. Das klingt einfach. Es ist es nicht.
Aber es ist der einzige Weg, der nicht in einer Sackgasse endet.

Die unbequeme Wahrheit
Nicht jedes Weggehen ist ein Scheitern. Manchmal ist es der einzige Erfolg der möglich ist. Aber wer sagt es in der heutigen Zeit nicht das es Stärke ist. Es ist auch Handeln aus Verzweiflung. Die Kunst des Kümmerns bedeutet auch: für sich selbst zu sorgen. Zu erkennen, wann ein Ort nicht mehr der richtige ist. Zu akzeptieren dass manche Menschen Dich nie sehen werden und dass das an ihnen liegt, nicht an Dir. Wer das versteht hört auf um Zugehörigkeit zu kämpfen, die es nicht gibt. Er sucht sich Räume in denen er nicht kämpfen muss. Das ist kein Aufgeben. Das ist Selbstachtung.

ROUTE WIRD NEU BERECHNET.

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